Die Dresdner Eierschecke

Eines der bekanntesten Gebäcke der Landeshauptstadt Sachsens ist die Dresdner Eierschecke.

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Sie entstand auf den Bauernhöfen in der Umgebung, wo die Bäuerinnen nach einem schmackhaften Gebäck suchten, mit welchem sie ihre Familien am Wochenende nach harter Arbeit oder die Gäste auf Familienfeiern überraschen konnten.

Es sollte ein ganz besonderer Kuchen werden, den sie das ganze Jahr über backen konnten. Da war es naheliegend, neben Getreide und Zucker Eier auch Milchprodukte zu verwenden. Die Frauen tauschten sich aus und gaben sich gegenseitig Tipps. So wurde bei jedem nochmaligen Backen das Rezept verfeinert.

Trotzdem ist es so, dass es bis heute eine Vielzahl an Variationen
gibt – in vielen Familien wird das eigene Rezept wie ein Geheimnis gehütet!

Aber eines haben alle Dresdner Eierschecken gemeinsam:
Sie bestehen aus drei Schichten. Der Boden ist aus Hefeteig gemacht. Die mittlere Schicht ist ein Quark-Vanille-Pudding mit Butter, Ei, Zucker und Milch. Die obere wird aus cremig gerührtem Eigelb mit Butter, Zucker und Vanillepudding gezaubert, in die dann schaumig geschlagenes Eiweiß untergehoben wird.

Die über die Landesgrenzen hinweg begehrte und reichhaltige
Köstlichkeit ist auch deshalb etwas Besonderes, weil das Backen ziemlich schwierig ist und etwas Übung erfordert.

eierschecke mittelalter

Nur bei der Namensgebung gehen die Überlieferungen auseinander:

Die einen sagen, dass die Eierschecke im 14. Jahrhundert nach der damals üblichen dreigeteilten Männerbekleidung benannt wurde, zu der ein halb- bis dreiviertellanger Leibrock gehörte, der taillenbetont war und mit einem Gürtel getragen wurde – bekannt auch als Schecke. Andere wiederum sagen, dass der Name sich aus dem scheckigen Aussehen des Kuchens herleiten lässt. Es entsteht nämlich beim Backen
eine ungleichmäßige Bräunung der Oberfläche.

Suche sich jeder seine Lieblingsversion der Überlieferungen aus – das ändert nichts daran, dass man dieses Meisterwerk der Backkunst einfach probieren muss, falls man es noch nicht kennt.
Der aus Dresden stammende Schriftsteller Erich Kästner sagte einmal:

„Die Eierschecke ist eine Kuchensorte, die zum Schaden der Menschheit
auf dem Rest des Globus unbekannt geblieben ist.“